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Imke Schröder

Liebe auf französisch

Anna Gavalda ist „Zusammen weniger allein“


Ganz Paris träumt von der Liebe…Ganz Paris? Nein, ein 300m² Appartement am Fuße des Eiffelturms scheint sich standhaft zur Wehr zu setzen.

Dennoch hat Anna Gavalda mit ihrem neuesten Roman “Zusammen ist man weniger allein“ Paris und der Liebe ein Denkmal gesetzt. Der Titel erklärt sich von selbst. Die Handlung auch? Ein französischer Liebesroman, der in Paris spielt. Hundertmal gehört, hundertmal gesehen, hundertmal gelesen. Doch irgendwas ist anders. Versuchen wir also die Erklärung von etwas Unbeschreiblichen:

Die Franzosen und ihre Gartenzwerge

Alles spielt in Paris, der Stadt der Liebe. Dort einen Liebesroman anzusiedeln mag nicht besonders originell klingen. Aber der Zauber von Paris hat sich bewährt. Millionen verliebte Paare können nicht irren. Dennoch ist es in Frankreich in Mode gekommen, die, nennen wir es, „etwas andere“ Art der Franzosen hervorzuheben. Dass die Franzosen ein verschrobenes Völkchen sind, wissen wir spätestens seit „Der Fabelhaften Welt der Amelie“.

Aber nein, das soll keine Polemik werden. Amelie ist ein toller Film, aber er vermittelt den Eindruck, dass man als Franzose mit seiner Nachtischlampe spricht, wenn man nicht grade Gartenzwerge um die Welt schickt. Ähnlich skurril sind die Charaktere in „Zusammen ist man weniger allein“. Vermutlich wurde der Roman genau deshalb mit der obligatorischen Audrey Tautou verfilmt, die schon damals dem Ameliewahn ein Gesicht gab.

Doch gehen wir zur Romanvorlage. In ihr tummeln sich vier WG-Mitbewohner, die unterschiedlicher nicht sein können. Der Spross einer verarmten Adelsfamilie, Philibert, ist zwar geistig ein Genie, kann sich Menschen gegenüber aber kaum äußern. Die magersüchtige Malerin Camille arbeitet in einer Putzkolonne. Der cholerische Proletenkoch Franck liebt seine Arbeit, sein Motorrad, Frauen und seine Großmutter Paulette, die keine Lust aufs Altersheim hat. Alle zusammen besetzen eine 300m² Wohnung im Herzen von Paris, die Philiberts Familie vor ihren Verwandten schützen möchte. Alle vier sind von den Menschen enttäuscht und vom Schicksal gebeutelt. Deswegen steht diese Konstellation auch unter keinem guten Stern, anfänglich wird nur gestritten.

Doch durch das tägliche Miteinander findet langsam eine Annäherung statt: Franck beginnt außerhalb seiner Arbeit zu kochen, um Camille aufzupäppeln. Camille zu Liebe geht Philibert mit ihr unter Menschen. Und Camille beginnt wieder zu malen. Letztendlich wird auch die Liebe wieder entdeckt, für sich selbst und für einander.

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Copyright © Imke Schröder – Feb 15, 2008

Anna Gavalda: „Zusammen ist man weniger allein“ [Copyright (c) Fischer Verlag]
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März-Ausgabe