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Romantisches Potpourri auf 800 Seiten
Der Umfang des Mammutwerks „Musik in der Romantik“ des Musikwissenschaftlers Charles Rosen könnte abschreckend wirken. Zu unrecht, denn es eignet sich durchaus als Bettlektüre
Über 800 Seiten stark ist Charles Rosens neueste Werk „Musik der Romantik“. 800 Seiten, die beeindrucken, aber auch einschüchtern können. Wer bereits seinen Band „Der klassische Stil: Haydn, Mozart, Beethoven“ gelesen hat, der kennt die Gründlichkeit, mit der der Amerikaner eine Epoche untersucht. Großen Ruhm hat Rosen bereits für seinen klassischen Rundumschlag erhalten, und auch sein zweiter Band wurde in der Presse über alle Maße gelobt.
Ein Buch über Klaviermusik?
Was ist es nun, das die Recherchen und Niederschriften des Pianisten und Musikwissenschaftlers auszeichnen? Auf den ersten Blick könnte man meinen, „Musik der Romantik“ sei ein Buch über Klaviermusik. Schon die Epoche der Romantik legt das nahe, bestimmte doch das Klavier die zweite Hälfte des musikalischen 18. Jahrhunderts. Blättert man durch das Buch, fallen die unzähligen Notenbeispiele auf, die fast die Hälfte der Seiten füllen. Würde man die Notenbeispiele für sich betrachten, könnte man seinem ersten Urteil folgen. Doch Charles Rosen präsentiert nicht nur einen Zusammenschnitt der wichtigsten musikalischen Werke und Komponisten der Romantik, er untersucht auch das Komponieren nach der Ära Beethoven auf der Grundlage der Werke von Schubert, Schumann, Mendelssohn, Bellini, Liszt und Berlioz.
Der musikalische Literaturwissenschaftler
Rosen beweist mit „Musik der Romantik“, dass er ebenso als Literaturwissenschaftler arbeiten könnte. Auch dieser Zusammenhang dürfte in der Epoche der Romantik begründet liegen, waren romantische Dichtung und Musik doch eng verknüpft. So widmet Rosen dem frühromantischen Konzept des Fragments ein ganzes Kapitel und zeichnet Entstehung und Entfaltung im Schlegelschen Sinne nach. Vorformen der Literarisierung der Instrumentalmusik demonstriert er unter anderem am Beispiel Schumanns, in dessen „Dichterliebe“ sich Lyrik von Heinrich Heine findet. Oder referiert über den Einfluss des Jenaer Dichterkreises. Romantische Musik verknüpft er mit anderen Wissenschaften, mit Philosophie, Literatur und Kunst – Zusammenhänge, die im Buch immer wiederkehren.
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Copyright © Anna Punke – Mar 15, 2008






![Charles Rosen: Musik der Romantik. [Copyright (c) Residenz-Verlag]](punke-rosen-musik-romantik-cover.jpg)

