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Imke Schröder

Kieler Romantik?

Ein Plädoyer für die Romantik im Alltäglichen


Segelschiffe [Copyright (c) 2007 Imke Schröder]Paris, die Stadt der Liebe. Venedig, das Mekka für Flitterwochen. Und Kiel? Eine Segelhauptstadt.

Kiel steht eher selten für pure Romantik. Vielmehr für eine „Altstadt“, die keine ist, für ein Einkaufszentrum Citti Park, für Meer, Möwen und Wellen. Und natürlich für Regen, Regen, Wind und Regen. Der Schriftsteller Maxim Biller fand keinen besseren Vergleich für die Tristesse und Ödnis der deutschen Poesie als diese Stadt. 1991 behauptete er in der Weltwoche, die Gegenwartsliteratur besitze „so viel Sinnlichkeit wie der Stadtplan von Kiel“. Er hat wieder einmal vieles nicht verstanden. Schon gar nicht, wie positiv dieser Vergleich eigentlich ist.

Nicht nur Biller, auch Sie werde ich mit durch mein Kiel nehmen. Ich werde mich auf die Suche machen, sicher, dass die Romantik auch in Kiel zu Hause ist.

Hier im Norden gibt es vor allem Ost und West

Kiel liegt eingebettet zwischen Rapsfeldern an der Kieler Förde. Die Kieler Förde wiederum teilt die Stadt in das Ost- und das Westufer. Hier werden die ersten Unterschiede klar: am Ostufer liegt zwar die Gartenstadt Elmschenhagen und die Fachhochschule, aber es gibt hier auch die höhere Kriminalitätsrate.

Ich komme aus Elmschenhagen. Habe also eine harte Schule durchlaufen. Und kann sagen: Romantisch ist da nix. Es sei denn, man findet es romantisch, mit Leuten zur Schule gegangen zu sein, die jetzt im Gefängnis sitzen.

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Copyright © Imke Schröder – Nov 11, 2007

März-Ausgabe