Die romantischen Motive der Biker
… und warum Motorräder mit Namen „Harley Davidson“ Herzen berühren
Deutschland 1817: Das Land befindet sich in der langen Auslaufphase der Romantik. Eine rebellische Jugendbewegung hatte sich provokant gegen das alte Spießbürgertum positioniert. Sie erwählten sich Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Schelling zu ihren neuen Helden und weigerten sich, den Lebensstil ihrer Eltern zu übernehmen. Die Romantiker wollten nicht mehr Teil einer Gesellschaft sein, die sich in vorgefertigte Bahnen zwingen lässt. Sie erklärten die Wirklichkeitsideale der Aufklärung als veraltet. Die neuen Ideale der Romantik hießen: Befreiung von allen nicht natürlichen Zwängen, Rückbesinnung auf das Individuelle, mehr Raum für Empfindungen, frei sein, fühlen, Mensch sein!
Deutschland 1817: In diesem Jahr baut Karl Drais das erste Zweirad. Damit beginnt eine ganz eigene Entwicklung. Etwa 100 Jahre später – 1904 – stationiert sie in Milwaukee, Wisconsin. Es schlägt die Geburtsstunde der ersten Harley Davidson. Kurz darauf machen die Brüder Arthur, Walter und William Davidson mit Bill Harley ihren Holzschuppen zum Firmensitz der neugegründeten Harley-Davidson Motor Company.
Wir befinden uns in einer anderen Welt. Und doch wird aus diesem Ereignis ebenfalls eine große Bewegung entstehen, die bis heute Anhänger auf der ganzen Welt findet. Es sind immer noch dieselben, romantischen Motive, die Menschen dazu bewegen, sich ihr anzuschließen. Sie bildet einen Gegenpol zur bestehenden Ordnung der restlichen Welt. Zumindest der Idee nach. Aber auch die jugendlichen Romantiker sind im Lauf der Zeit in die Jahre gekommen. Wurden konservativ und haben sich nur noch in der Freizeit nebenbei ein wenig Übermut bewahrt. Die Harley-Romantik ging einen ähnlichen Weg.
Motorradfahren, um des Motorradfahrens willen
Während das Auto immer auch Nutzfahrzeug war, verkörpert das Fortbewegungsmittel Motorrad Freiheit und Unabhängigkeit. Auch die Romantiker verlangte es nach dieser Freiheit. Sie erklärten das Reisen zur Idealform der menschlichen Existenz. Sie diente dem Zweck der persönlichen Entwicklung und der Suche nach Neuem. Für diese Selbsterfahrung wurde die Einsamkeit in der Natur als passendes Umfeld gewählt. Sich selbst als ein Teil der Natur zu empfinden, sollte helfen, den Ursprung des eigenen Daseins ausfindig zu machen. Die natürliche Umgebung führte zur individuellen Natur, den eigenen Bedürfnissen und Trieben.
Copyright © Lisa Rewald – Jan 1, 2008






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