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Janwillem Dubil

We are Family: Der Comic ein Kind der Romantik?

Eine Familiengeschichte in sieben Akten


Prolog oder “Wer ist hier eigentlich mit wem verwandt?”

Der Comic und die Literatur der Romantik - was versteht der durchschnittlich gebildete Bürger eigentlich darunter? Die Antwort: Einen Zeitvertreib für Kinder, die zum Lesen richtiger Bücher zu faul sind, und angestaubte Novellen, mit denen er seit dem Deutschunterricht nichts mehr zu tun haben möchte. Und was haben die beiden seiner Meinung nach gemeinsam? Kurz gesagt: Nichts. Hier irrt der Durchschnittsbürger. Denn Comic und Romantik sind besser als ihr Ruf, und sie sind sich ähnlich. Die Ähnlichkeiten können kein Zufall sein. Doch was genau verbindet Comic und Romantik?

1. Akt: Eine romantische Spätgeburt

Die Verwandschaftsverhältnisse klären sich beim Blick auf den Familienstammbaum. Die Romantik ist schnell gefunden: Geboren 1798, frühe Kindheit verlebt in Jena. Beim Comic tut man sich hingegen schwerer: Hier ist überhaupt kein Geburtsdatum verbürgt. Dafür findet man sein erstes öffentliches Auftreten in jungen Jahren. Es fand 1893 in Form von Richard Felton Outcalts “The Yellow Kid” in einer amerikanischen Zeitung statt.

Das erste Fazit fällt ernüchternd aus: Knapp hundert Jahre trennen die beiden. Hinzu kommt die geografische Distanz - in Amerika ist die Romantik ja wirklich noch nie gewesen. Und doch verbindet die beiden etwas. Ein Gedanke. Ein romantischer Grundgedanke. Die Absicht, die Grenzen zwischen den einzelnen Künsten und Literaturgattungen aufzulösen. Der Comic erweist sich als spätes, aber formvollendete Produkt dieses romantischen Ideals: Die Verbindung aus Literatur und bildender Kunst.

Und so konnte man der Romantik gratulieren: “Herzlichen Glückwunsch, sie sind Mutter. Es ist ein Sohn…”

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Copyright © Janwillem Dubil – Nov 11, 2007

Comic. [Copyright (c) Frank Miller]
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März-Ausgabe