Editorial
Romantik. Zur neuen Ausgabe von lit07.de
Romantisch darf und kann und soll heute alles sein. Themen, Gegenstände, Zeiten, Atmosphären, Denkweisen, Lebensgefühle. Gerade hat Rüdiger Safranski in seinem Großessay „Romantik“ eine „deutsche Affäre“ beschrieben und gezeigt, wie umfassend das Romantische bis in die Gegenwart hineinwirkt. Das Feuilleton reagiert begeistert, das Buch steht weit oben auf den Empfehlungslisten. Die Aktualität der Romantik, mit der wir uns in dieser Ausgabe von lit07.de beschäftigen, fasziniert die Zeitgeistbeobachter.
Was genau romantisch ist, lässt sich bei diesem Alles und Nichts wohl kaum auf den einen Punkt bringen. Nicht nur, weil die Sehnsucht nach einer von allen Fragen erlösenden Definition im romantischen Sinn zwar deutlich gefühlt, aber eben nicht erfüllt werden kann. Auch weil jeder Ansatz zur Klärung immer nur eins bleibt: ein romantisches Fragment, das durch seine Unfertigkeit, seine Unabgeschlossenheit, seine Vorläufigkeit die letzte Wahrheit gerade mal ahnen lässt.
Sich dennoch der Romantik zu nähern, ist deshalb keineswegs unromantisch. Man darf sich dabei nur nicht auf vorgefertigten Bahnen, sondern muss sich im Feld der Möglichkeiten bewegen. Und man muss sich auf Spiele einlassen, die nicht gespielt werden, um letzte Worte zu sagen, sondern um neue Spiele in Gang zu setzen.
In diesem Sinne nähert sich lit07.de der Romantik, indem das Magazin in den nächsten sechs Monaten, vom Oktober 2007 bis März 2008, immer neue Texte zum Thema ins Spiel bringt:
lit.essay reflektiert die Romantik mit Essays, Interviews und experimentellen Texten.
lit.kritik stellt romantische Texte, Songs und Filme auf die Probe.
lit.magazin fixiert die Romantik der Gegenwart und wirft mit Fotos und Comics einen Blick auf die Gegenwart der Romantik.
Dazu gibt es bei lit07.de zwei neue Rubriken:
Unter lit.gespräch findet man alle sechs Monate ein ausführliches Interview.
lit.preview druckt exklusive Leseproben aus Büchern von lit.mitarbeitern.
Fragment ist auch, was (noch) nicht vollständig sein will: lit07.de präsentiert sich zu dieser Ausgabe in neuem Design. Es soll aber weiter ergänzt, verändert, verbessert werden; Kritik und Anregungen sind ausdrücklich erwünscht.
Und dass bei soviel Fragmentarischem, Vorläufigem, Unabgeschlossenem das Lesevergnügen nicht wirklich in Bruchstücke zerfällt, sondern ein Großes und Ganzes zumindest erahnen lässt, das verspricht




